Myofunktionelle orofaziale Störungen

ZungenkleeblattMyofunktionelle orofaziale Störungen

 „Eine dauerhafte Korrektur von Zahnfehlstellung ist meist nur möglich, wenn zusätzlich zur mechanischen Therapie auch die Kiefermuskulatur gezielt trainiert wird.“ Diese Forderung stellt Prof. Dr. Sergl, Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie in Mainz anlässlich eines internationalen Kongresses bereits im Juni 1988 auf. Er beklagte, dass ein solches Muskeltraining (Myofunktionelle Therapie = MFT) nur sehr selten in Deutschland angeboten werde.

 Eine funktionelle orofaziale Störung bezeichnet eine Störung der Muskulatur im Mund-und Gesichtsbereich. Betroffen hiervon sind die Bewegungs- und Koordinationsabläufe sowie das muskuläre Gleichgewicht aller am Schlucken beteiligten Strukturen aufgrund einer Fehlfunktion der Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur. Dies bezeichnet man auch als Myofunktionelle Störung oder Orofaziale Dysfunktion.

Im Rahmen einer funktionellen orofazialen Störung können folgende Störungen auftreten:

  • Inkompletter Mundschluss
  • Mundatmung
  • vermehrter Speichelfluss
  • sensorische und motorische Defizite der Zunge
  • falsche Zungenruhelage und Vorverlagerung der Zunge beim Sprechen
  • und Schlucken
  • Insgesamt unausgeglichener Muskelbalance im Mund-Gesichts-, und Halsbereich.

Eine gestörte Kau-, Beiß- und Schluckentwicklung, „verwaschene“ und/oder „feuchte“ Aussprache, die Zischlaute wie /sch/ und /s/ betreffende Artikulationsstörung (Schetismus/Sigmatismus) sowie Zahn- und Kieferfehlstellungen sind mögliche Folgen einer nicht behandelten funktionellen orofazialen Störung.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.seeger-walter-kfo.de/wie-fuer-wen/behandlungsspektrum/myofunktionelle-kieferorthopaedie

 

Welche Ursachen haben funktionelle orofaziale Störungen im Kindesalter?Für die Entstehung einer funktionellen orofazialen Störung gelten beispielsweise Störungen während der Embryonalzeit oder Komplikationen während der Geburt als mögliche Risikofaktoren.

Zu den Ursachen zählen unter anderem:

  • Frühgeburtlichkeit
  • Syndromerkrankungen (zum Beispiel Morbus Down; Pierre-Robin-Syndrom)
  • zerebrale Bewegungsstörungen
  • ein falsch erlerntes Schluckmuster
  • die Ernährung über die Flasche mit zu großem Saugerloch
  • eine unphysiologische Körper- und Kopfhaltung
  • wiederkehrende und anhaltende HNO-Erkrankungen
  • Mundatmung
  • eine unphysiologische Zahn- und Kieferstellung
  • ungünstige erworbene Gewohnheiten (Habits) wie Schnuller-/Daumenlutschen oder Nägelkauen.

Hier geht´s zum Online-Check: http://www.seeger-walter-kfo.de/wie-fuer-wen/behandlungsspektrum/online-check

Wie häufig kommen funktionelle orofaziale Störungen im Kindesalter vor? Nach wissenschaftlichen Forschungen haben 42% aller Vorschulkinder in unterschiedlicher Ausprägung Myofunktionelle Störungen.

Wie werden funktionelle orofaziale Störungen festgestellt?

Im Rahmen eines Anamnesegesprächs werden zunächst der bisherige Entwicklungsverlauf, mögliche Ursachen und aufrechterhaltende Faktoren wie Habits oder ungünstige Ernährung/Essgewohnheiten erhoben.

Anschließend erfolgen die Überprüfung des Zahnstatus und der Mundhöhle. Auch eine Funktionsüberprüfung der Beweglichkeit/Wahrnehmung und der am Schlucken beteiligten Muskeln wird durchgeführt.

Wie werden funktionelle orofaziale Störungen behandelt?

Besonders wichtig für den Therapierfolg zur Regulierung einer orofazialen Muskulatur ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Diagnosestellung (HNO-/Zahnarzt, Kieferorthopäde, Pädiater, Physiotherapeut und Logopäde).

Es sind stets mehrere Bausteine auf Basis einer ausführlichen Diagnostik auszuwählen, individuell zu gewichten und fortlaufend an die Bedürfnisse und Ziele des Patienten anzupassen.

So sind grundsätzliche Ziele der Therapie unter anderem die Stimulation der oralen Wahrnehmung und Sensibilität, der Abbau ungünstig auf das Muskelfunktionsgleichgewicht wirkender Verhaltensmuster sowie die Anbahnung physiologischer Bewegungsmuster und der Nasenatmung.

Eine Intervention nutzt dabei wahrnehmungstherapeutische Methoden, trainiert die korrekte Lippen- und Zungenruhelage inklusive Mundschluss und Nasenatmung, unterstützt die orofaziale Regulation durch gezieltes Muskelfunktionstraining (mundmotorische Übungen) und bahnt das physiologische Schluckmuster an.

Was können Eltern bei Verdacht auf eine funktionelle orofaziale Störung ihres Kindes tun?

Eltern, die oben genannte Symptome an ihrem Kind beobachten, sollten den Kinderarzt, den HNO – Arzt, einen Logopäden oder den Kieferorthopäden zu einer ersten und frühen Beratung aufsuchen.

Früherkennung, Diagnostik und Therapieplanung erfolgen in enger Absprache hier spezialisierten Fachdisziplinen.

Hier finden Sie das Formular zur kostenlosen Beratung:

http://www.seeger-walter-kfo.de/wie-fuer-wen/behandlungsspektrum/kostenloser-beratungstermin

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